Die Steckdose sitzt hinter dem falschen Schrank

Einbaukühlschrank mit dem Schrank darüber, in dessen Rückwand eine cabset RP01125 Revisionsabdeckung für den Zugang zur Gerätesteckdose sitzt

Der Elektriker war vor dem Küchenplaner da. Die Dosen sitzen dort, wo sie beim Rohbau sinnvoll erschienen — und Jahre später steht die Küche anders, als damals jemand vermutet hat. Bei Bestandsküchen ist das eher die Regel als die Ausnahme.

Der Fall, um den es hier geht, sieht so aus: Der Kühlschrank oder der Backofenschrank steht an seinem Platz. Die zugehörige Steckdose sitzt aber nicht hinter dem Gerät, sondern in der Gebäudewand hinter dem Nachbarschrank. Das Gerät muss trotzdem angeschlossen werden.

Warum das überhaupt ein Problem ist

Solange die Küche steht, ist die Dose unerreichbar. Sie liegt hinter einer verschraubten Korpusrückwand, davor ein Schrank voller Inhalt. Beim Anschließen ist das noch beherrschbar — man kommt heran, bevor alles fest ist.

Der Servicefall kommt aber später: Das Gerät wird getauscht, eine Sicherung fällt, jemand braucht die Dose für etwas anderes. Und dann steht man vor einer Wand, hinter der man weiß, dass die Dose ist — ohne heranzukommen.

Geöffnete Revisionsöffnung in einer Korpusrückwand, dahinter die Steckdose in der Gebäudewand

Die Dose bleibt, wo sie ist. Nur der Zugang zu ihr wird geschaffen.

Der Einwand, der immer kommt

„Dann verleg doch einfach die Steckdose in die Rückwand des Nachbarschranks.“ Dieser Vorschlag kommt zuverlässig, und er klingt vernünftig. Er löst den Fall trotzdem nicht.

Erstens lässt sich eine Bestandsdose in der Gebäudewand nicht ohne Elektroarbeiten versetzen. Wer sie verlegt, arbeitet an der festen Installation — das ist eine andere Baustelle als eine Küchenmontage, mit anderem Aufwand und anderer Verantwortung.

Zweitens, und das übersehen die meisten: Eine neue Dose in der Korpusrückwand sitzt danach im Schrank. Sie belegt Stauraum, sie steht im Weg, und das Gerätekabel muss dann durch das Schrankinnere geführt werden statt unsichtbar durch den Zwischenraum hinter den Rückwänden. Aus einem Zugangsproblem wird ein dauerhaftes Platzproblem.

Der Kunde bezahlt also Elektroarbeiten dafür, dass sein Schrank hinterher weniger kann.

Was die Anforderung tatsächlich ist

Die Steckdose muss gar nicht bewegt werden. Sie darf bleiben, wo sie ist. Was fehlt, ist nur eines: ein Zugang zu ihr, der im Alltag verschlossen ist und sich öffnen lässt, wenn jemand an den Stecker muss.

Praktisch heißt das: An genau der Stelle, an der die Dose hinter der Rückwand liegt, kommt eine Bohrung in die Korpusrückwand des Nachbarschranks. Darin sitzt ein Montagerahmen mit einer verriegelbaren Abdeckung. Geschlossen sieht man eine unauffällige Scheibe in der Rückwand. Geöffnet greift man direkt an den Stecker.

Der Stauraum bleibt vollständig erhalten, das Kabel läuft weiterhin verdeckt hinter den Korpussen, und an der festen Elektroinstallation wurde nichts verändert.

Worauf es bei der Ausführung ankommt

Die Position richtet sich nach der Dose, nicht nach der Optik. Vor dem Anschrauben der Rückwand die Lage der Dose anzeichnen. Ein paar Zentimeter daneben bedeuten später, dass man die Öffnung zwar hat, aber trotzdem nicht herankommt.

Groß genug für eine Hand. Eine Bohrung von 125 mm reicht, um mit der Hand an einen Stecker zu gelangen und ihn zu ziehen. Deutlich kleiner wird zur Sichtluke ohne Nutzen.

Wiederverschließbar, nicht zugeschraubt. Eine festgeschraubte Blende erfüllt den Zweck genau einmal. Beim zweiten Servicefall wird sie wieder abgeschraubt, und irgendwann fehlen die Schrauben.

Geschlossene cabset RP01125 Revisionsabdeckung in einer Korpusrückwand, mit roter Markierung der Drehrichtung

Im Alltag eine unauffällige Scheibe in der Rückwand. Die Markierung zeigt, in welche Richtung sie sich löst.

Zur Plattenstärke passend. Korpusrückwände liegen üblicherweise zwischen 3 und 19 mm. Ein Bauteil, das nur eine Stärke abdeckt, passt nur bei einem Teil der Küchen.

Hintergrund

Für genau diese Aufgabe gibt es die RP01125: eine zweiteilige, drehverriegelte Revisionsabdeckung für 125-mm-Bohrungen in Möbelrückwänden, ausgelegt für Materialstärken von 3 bis 19 mm.

Ein verwandter Fall, bei dem dieselbe Öffnung aus einem anderen Grund verschlossen werden muss, ist der Muldenlüfter im Umluftbetrieb.