Alles, was cabset bisher gebaut hat, verschließt etwas. Die Revisionsabdeckung macht eine Öffnung zu und lässt sie sich jederzeit wieder öffnen. Die Verbindungsteile machen aus zwei Öffnungen eine größere — und verschließen auch die.
Es gibt aber den Fall, in dem das Loch offen bleiben soll. Ein Kabel läuft hindurch und bleibt liegen. Ein Schlauch geht von einem Korpus in den nächsten. Der Monitorarm wird von unten verkabelt, der Strang bleibt dauerhaft dort, wo er ist. Zumachen ist hier keine Option. Und genau dann steht man vor einer Frage, die mit dem Loch selbst wenig zu tun hat.
Das Problem ist die Schnittkante, nicht die Bohrung
Eine Ø125-mm-Bohrung in einer Spanplatte ist in zwei Minuten gesetzt. Was danach dasteht, ist eine rohe Kante: aufgerissene Späne an der Austrittsseite, unbeschichtetes Material ringsum, und je nach Platte eine Kante, die Feuchtigkeit zieht.
Dazu kommt das, was täglich daran entlangläuft. Ein Kabel, das über eine scharfe Spanplattenkante geführt wird, scheuert. Nicht in einer Woche — aber über die Jahre, in denen ein Korpus steht. Und wer schon einmal mit der Hand in eine frisch gebohrte Rückwand gegriffen hat, weiß, wie sich so eine Kante anfühlt.
Der dritte Punkt ist schlicht Optik. Eine rohe Bohrung in einer Korpusseite sieht nach halbfertig aus. In einer Mittelseite, die man beim Öffnen der Tür direkt vor sich hat, umso mehr.
Bis hierhin ist es dieselbe Bohrung wie bei der Revisionsabdeckung. Erst danach trennen sich die Wege.
Drei Fälle, ein Unterschied
Zwei Korpusse nebeneinander. Die Bohrung geht durch beide aneinanderstehenden Seitenwände — Strom oder Netzwerk soll vom einen Schrank in den anderen. Öffnet man die Türen, sieht man das Loch von links und von rechts.
Mittelseite. Nur eine Platte, aber dasselbe Bild: Die Bohrung ist von beiden Seiten zu sehen.
Rückwand. Hier ist die Bohrung nur von vorn zu sehen. Hinten steht die Wand, und was dort passiert, sieht ohnehin niemand.
Diese drei Fälle unterscheiden sich nicht im Durchmesser und nicht im Werkzeug. Sie unterscheiden sich in einer einzigen Größe: von wie vielen Seiten die Bohrung sichtbar ist. Daran hängt, was man braucht.
Einseitig oder beidseitig
Ist nur eine Seite sichtbar, genügen zwei Teile: Montagerahmen und Durchlass-Abdeckung. Der Rahmen wird in die Bohrung geschraubt, die Abdeckung mit einer Vierteldrehung eingerastet, fertig. Das Durchlassrohr ragt dabei 20,5 mm hinter die Sichtfläche — bei dünnen Rückwänden lässt es sich absägen, ohne dass sich an der Vorderseite etwas ändert.
Ist die Bohrung von beiden Seiten zu sehen, kommt auf der Rückseite ein Gegenstück dazu. Es wird aufgeschoben, bis es einrastet, und bildet dort dieselbe Blende wie vorn: Ø153 mm, 3,2 mm Aufbauhöhe, auf beiden Seiten identisch. Von welcher Seite man den Korpus dann auch ansieht — das Bild ist dasselbe.
Der Montagerahmen ist derselbe wie bei der Revisionsabdeckung. Acht Schraubpunkte, vier Senkkopfschrauben Ø3 mm genügen.
Das Gegenstück und die Plattenstärke
Die beidseitige Ausführung deckt Plattenstärken von 16 bis 40 mm ab — von der einzelnen 16-mm-Mittelseite bis zu zwei aneinanderstehenden 19-mm-Außenseiten. Das Gegenstück rastet dabei in 1,5-mm-Schritten, sodass am Flansch höchstens ein knapper Millimeter Spalt bleibt. Die Zahnung liegt im eingebauten Zustand verdeckt.
Bis 40 mm wird das Gegenstück ungekürzt eingesetzt. Darunter wird es vorher abgelängt: bis 25 mm an der ersten Kerbe, bis 34 mm an der zweiten, ab 34 mm bleibt es, wie es ist.
Dafür braucht es ein Schneidwerkzeug. Messer, Feinsäge oder Seitenschneider — von Hand abbrechen lässt sich das Gegenstück nicht, und das ist Absicht. Wer das weiß, bevor er vor dem Korpus steht, hat das passende Werkzeug dabei. Das Zusammenstecken selbst geht dann wieder ohne alles.
Zwei Korpusse, eine Bohrung, beide Seiten verblendet. Die Schnittkante ist nirgends mehr zu sehen.
Was der Durchlass nicht leistet
Er ist eine Kantenverkleidung. Das klingt bescheiden, ist aber genau das, was er tut — und es lohnt sich, die Grenzen zu kennen, bevor man ihn irgendwo einplant, wo er nicht hingehört.
Er verschließt nichts. Gegen rückströmende Luft, Staub oder Geräusche hilft er nicht. Wo die Öffnung zu sein soll, ist die Revisionsabdeckung das richtige Bauteil.
Er ist keine Zugentlastung. Durchgeführte Leitungen gehören gesondert gesichert. Der Durchlass schützt die Kante — er hält das Kabel nicht.
Er ist keine Brandschottung. PLA erweicht ab etwa 60 °C. Für den Temperaturbereich üblicher Möbelkorpusse ist das unkritisch, neben einer Backofenrückwand hat er nichts zu suchen.
Dieselbe Bohrung, zwei Bauteile
Das Angenehme an der Sache: Die Ø125-mm-Bohrung ist dieselbe. Derselbe Durchmesser, derselbe Montagerahmen, dasselbe Bohrbild, dieselben vier Schrauben.
Wer heute eine Revisionsöffnung setzt und in zwei Jahren feststellt, dass dort dauerhaft ein Kabel durchläuft, wechselt das Innenteil und ist fertig. Umgekehrt genauso. Es muss nicht neu gebohrt, nichts versetzt und nichts geflickt werden — eine einmal gesetzte Öffnung bleibt in beide Richtungen offen.
Vier Farben, dieselben wie bei den Abdeckungen — Schwarz, Grau, Weiß und Braun.
Hintergrund
Für diesen Fall gibt es den OP01125, den Kabeldurchlass für die Ø125-mm-Bohrung. Über die Option „Lieferumfang“ wählen Sie die einseitige Ausführung aus Montagerahmen und Durchlass-Abdeckung oder die beidseitige mit zusätzlichem Gegenstück. Gefertigt in Gütersloh, in denselben vier Farben wie die Abdeckungen. Den kompletten Einbau zeigt die Anleitung mit Video, alle Maße und Sicherheitshinweise stehen im Technischen Datenblatt.
Dieselbe Bohrung, nur verschlossen statt offen: die RP01125. Und wenn eine einzelne Öffnung nicht reicht, verbinden die Verbindungsteile zwei davon zu einer durchgehenden Öffnung.